Wien bekommt ständig neue Orte zum Spazierengehen, Ausruhen und als Rückzugsort vom städtischen Trubel, aber nur wenige haben in den letzten Monaten so viel Neugier geweckt wie der Bank Austria Park im Bereich der Oberen Alten Donau.

Schon als die ersten Fotos in den sozialen Netzwerken erschienen, begannen viele, ihn als einen Ort zu beschreiben, der an „Alice im Wunderland“ erinnert – nicht weil der Park offiziell mit dieser Geschichte verbunden ist, sondern weil die gesamte Atmosphäre etwas Unwirkliches, Verspieltes und Märchenhaftes hat.

Wo befindet sich der Bank Austria Park und wie ist er entstanden

Es handelt sich um einen neuen Kunst- und Naturpark im 21. Wiener Gemeindebezirk, im Bereich von der Mühlschüttelgasse bis zum Drygalskiweg, direkt an der Alten Donau. Der Park wurde im September 2025 fertiggestellt und entstand auf einem Gelände, das früher privat verpachtet war. Nach Ablauf der Verträge wurden die Flächen zusammengeführt und in einen öffentlich zugänglichen Raum umgewandelt. Heute erstreckt sich dieser Bereich über etwa 28.000 Quadratmeter und ist als offene Oase gedacht, in der sich Natur, zeitgenössische Kunst und Erholung am Wasser verbinden.

Warum dieser Park einen so starken Eindruck hinterlässt

Genau diese Verbindung ist der Grund, warum der Park einen so starken Eindruck hinterlässt. Die Alte Donau gehört seit Jahren zu den beliebtesten Orten in Wien zum Spazierengehen, Baden und Radfahren, doch hier bekommt der klassische Aufenthalt am Wasser eine völlig neue Dimension.

Anstelle einer gewöhnlichen Grünfläche erwartet die Besucher ein Raum, der in mehrere thematische Bereiche gegliedert ist, mit insgesamt 14 Kunstwerken und Installationen – darunter Skulpturen, ungewöhnlich gestaltete Objekte sowie künstlerisch entworfene Sitzgelegenheiten.

Das Projekt wurde künstlerisch von André Heller geleitet, einem bekannten österreichischen Multimediakünstler, und im Park sind Werke sowohl heimischer als auch internationaler Künstler zu sehen.

Installationen, die besonders Aufmerksamkeit erregen

Was den Bank Austria Park von vielen anderen öffentlichen Räumen unterscheidet, ist die Tatsache, dass er nicht nur als Ort gedacht ist, durch den man einfach hindurchgeht, sondern als ein Ort, den man erleben soll. Einige Installationen wirken, als wären sie einem Traum entsprungen, andere laden zum Spielen und zum Gespräch ein, und wieder andere werfen ernstere Fragen über Natur, Mensch und die moderne Welt auf.

So zeigt beispielsweise die Arbeit „The Guardian“ eine bronzene Männerfigur auf einem hohen Rettungssessel. Anstatt jedoch die Umgebung zu beobachten, liest sie ein Buch und lenkt damit die Aufmerksamkeit von äußerer Wachsamkeit auf innere Sammlung.

Die Installation „Passage“ ist als Tunnel aus lebenden Weidenzweigen gestaltet, die weiter wachsen und sich verändern, sodass das Werk buchstäblich gemeinsam mit dem Raum lebt.

Außerdem gibt es „Vienna Mountain“, eine Säule aus aufeinander gestapelten, bunt bemalten Steinen, die wie eine moderne, totemartige Märchenbergformation inmitten der Landschaft der Alten Donau wirkt.

Herkunft des Vergleichs mit „Alice im Wunderland“

Eine besonders auffällige Installation ist auch „Die Wasserwächterin“, eine vier Meter hohe Skulptur von André Heller, die direkt am Ufer aufgestellt ist. In der Beschreibung des Werks heißt es, dass die Figur in der Hand eine mehr als fünf Meter hohe Windmühle hält, deren Wirkung zusätzlich durch Wasser, Nebel und Lichteffekte verstärkt wird.

Allein das erklärt bereits, warum viele Besucher den Eindruck haben, sich nicht in einem gewöhnlichen Stadtpark zu befinden, sondern in einem Raum, der eher an die Kulisse einer ungewöhnlichen Geschichte erinnert. In diesem Sinne ist der Vergleich mit „Alice im Wunderland“ zwar nicht offiziell, aber durchaus nachvollziehbar.

Mehr als Kunst: ein Ort zum Spazieren, Ausruhen und für die Sommerpause

Eine weitere interessante Besonderheit ist, dass der Park nicht vom Alltag der Stadt getrennt ist, sondern sorgfältig in den bestehenden Erholungsraum an der Alten Donau eingebettet wurde.

Die Stadt Wien gibt an, dass der Park an ein bereits bestehendes Strandbad an der Oberen Alten Donau anschließt, mit Liegewiesen, Wasserzugängen, mehreren Badestegen und schwimmenden Plattformen. Zusätzlich wurden neue Trinkbrunnen, Nebelduschen zur Abkühlung an heißen Tagen sowie sanitäre Anlagen errichtet.

Das bedeutet, dass ein Besuch im Bank Austria Park nicht nur ein „Kunstbesuch“ sein muss, sondern leicht Teil eines längeren, angenehmen Tages an der Alten Donau werden kann.

Neue Attraktion, die schnell die Aufmerksamkeit der Wiener auf sich gezogen hat

Interessant ist auch, dass der Park sehr schnell die Aufmerksamkeit der Wiener auf sich gezogen hat. Laut Angaben der Stadt Wien waren bei der Eröffnung Anfang Oktober 2025 mehr als 10.000 Besucher vor Ort, und in den ersten Monaten seines Bestehens wurde er von über 200.000 Menschen besucht, die diesen ungewöhnlichen, aber sehr angenehmen Park erleben wollten.

Das zeigt, dass es sich nicht um ein unauffälliges Projekt handelt, sondern um einen Ort, der in kurzer Zeit zu einer neuen städtischen Attraktion geworden ist.

Lohnt sich ein Besuch im Bank Austria Park

Für die Leser von Yuga ist vielleicht das Wichtigste: Der Eintritt ist frei, der Park ist öffentlich zugänglich und stellt einen schönen Vorschlag für alle dar, die in Wien einen weniger bekannten, aber sehr interessanten Ort entdecken möchten.

Es ist kein klassischer Kinderpark, kein Freizeitpark und auch keine „Instagram-Kulisse“ im oberflächlichen Sinne, obwohl er sehr fotogen ist. Vielmehr ist es ein Raum, in dem Wien zeigt, wie eine öffentliche Fläche gleichzeitig gepflegt, offen und künstlerisch anspruchsvoll sein kann – und dennoch angenehm für einen ganz normalen Spaziergang bleibt.

Fazit

Wenn du also das nächste Mal hörst, dass jemand vom „Alice-im-Wunderland-Park in Wien“ spricht, ist damit mit großer Wahrscheinlichkeit genau der Bank Austria Park gemeint.

Es gibt dort zwar keinen Weißen Hasen und keine Herzkönigin, aber genug ungewöhnliche Formen, Ruhe am Wasser, Wind, Farben und künstlerische Überraschungen, dass man tatsächlich das Gefühl bekommt, für einen Moment aus dem Alltag herauszutreten und in eine andere Welt einzutauchen. Und genau das brauchen wir alle von Zeit zu Zeit 🙂


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