In den letzten Tagen feierte der Yugo 45 ein großes Jubiläum - am 28. November 1980 begann die Serienproduktion des Autos, das eine ganze Ära auf dem Balkan geprägt hat.

Obwohl er sein ganzes Berufsleben lang den Ruf als schlechtestes Auto begleitete, war er einer der beliebtesten Wagen in Jugoslawien.

Die berühmte Geschichte besagt, dass das Auto rechtzeitig zum Tag der Republik - dem 29. November - fertig sein musste.

Nach den Aufzeichnungen dauerte es 17 Tage, um den ersten Yugo zusammenzubauen, da die erste Serienkarosserie am 11. November fertiggestellt wurde.

Geschichte

Das erste Exemplar des Yugo 45 wurde am 2. Oktober 1978 handgefertigt, um dem damaligen Präsidenten Tito präsentiert zu werden.

Er wurde als Nachfolger und jüngerer "Bruder" von Fića konzipiert

Die Idee für den Yugo, zunächst als Zastava 102, dann als Jugo und schließlich als Yugo, entstand 1972 nach dem Vorbild des italienischen Fiat 127.

Die Serienproduktion begann 1980, und das erste Exemplar rollte passend zum Tag der Republik vom Band.

Drei Modelle im Angebot

Das Angebot bestand aus drei Motoren:

  • Das schwächere Modell Yugo 45 wurde von einem kleinen Vierzylindermotor mit 903 Kubikzentimetern und 45 PS angetrieben.
  • Die leistungsstärkere Option war der Yugo 55 (60) mit dem Motor von "Stojadin". Mit einem Hubraum von 1116 cm lieferte er 55 PS.
  • Schließlich gab es auch das stärkere Modell, den Yugo 65, mit einem 1,3-Liter-Motor, sportlicher Ausstattung und Leistung.

Das Modell wurde 1985 in Yugo umbenannt, um es auf dem amerikanischen Markt, wohin es exportiert wurde, bekannter zu machen.

Das Ende einer 30-jährigen Karriere

Mit dem Zusammenbruch des Staates brach auch die Liste der Kooperationspartner zusammen, und das Interesse an Yugo schwand.

Ein geringeres Interesse sowie Kriegshandlungen auf dem Balkan reduzierten die Produktion drastisch und kündigten ihr baldiges Ende an.

Dennoch kämpfte der Yugo und schaffte es, bis 2008 zu überleben, als die Produktion schließlich eingestellt wurde. Die Geschichte besagt, dass das letzte Exemplar angeblich für 50.000 Euro verkauft wurde.

Zahlen

In der Zeit von 1980 bis 2008 wurden insgesamt 794.428 Exemplare des Yugo zusammengebaut, und er wurde zum Auto des Jahres 1981 ernannt.

Die Rekordproduktion erfolgte 1989 mit insgesamt 118.237 hergestellten Autos.

Die rekordverdächtige monatliche Produktion erfolgte im Dezember 1988 mit 12.631 Autos, während der Tagesrekord am 26.12.1988 mit 539 produzierten Yugos erreicht wurde.

Das letzte Yugo, das von der Produktionslinie der Zastava in Kragujevac lief, war ein Koral In 1,1 Ekonomik. Dies geschah am 11. November 2008.

Im April 1999 bombardierte NATO mehrmals die Zastava-Fabrik in Kragujevac, in der der Yugo produziert wurde. Sechs Produktionshallen wurden zerstört.

Die Arbeiter versuchten, die Fabrik mit ihrem Körper - als lebendem Schild - zu schützen, wurden jedoch trotz dieser Verteidigung mit Projektilen angegriffen.

Kurz nach der Bombardierung wurden die Hallen wieder aufgebaut und die Produktion fortgesetzt.

Summa summarum

Mit der Zeit ließ die Kritik an der Qualität und den Eigenschaften des Yugos nach. Objektiv betrachtet war es ein solides und zuverlässiges Auto, das deutlich besser war als die damalige Konkurrenz aus dem Osten.

Letztendlich war es eine andere Zeit, als eine Generalüberholung von Motor so viel kostete wie heute der Austausch der Bremsen in der Werkstatt.

Heute, mehr als 40 Jahre nach der ersten Produktion des Yugos, ist es nicht ungewöhnlich, dieses Auto nicht nur auf den Balkanstraßen, sondern auch auf den Straßen Europas zu finden.

In Wien gibt es zahlreiche Autohändler, die aus exYu Regionen stammen und in deren Autoplätze man auch einen Yugo finden kann.

Es gibt auch zahlreiche Fanclubs, und hier oder hier finden Sie einige davon.